Das Team im Blick

11. Mai 2026

Mit Jerick Barlay hat das AGAPLESION EV. KRANKENHAUS GESUNDBRUNNEN in Hofgeismar einen neuen Chefarzt für die Neurologische Frührehabilitation gewonnen. Der Facharzt für Neurologie trat seine Position Anfang April an und folgt auf Dr. Flotho, der die Abteilung über viele Jahre erfolgreich geleitet und maßgeblich geprägt hat. Wir haben uns mit ihm getroffen.

 

Was hat Sie persönlich zur Neurologie und speziell zur Frührehabilitation geführt?

Schon im Studium war ich vom Gehirn fasziniert – letztlich wird alles „von oben“ gesteuert. Die neurologische Frührehabilitation habe ich später als sehr spannenden Bereich kennengelernt. Sie ist eine gute Mischung aus Akutmedizin und Rehabilitation. Besonders schätze ich, dass man sich intensiv mit schwer betroffenen Patienten beschäftigen kann und Fortschritte direkt miterlebt. Das ist sehr sinnstiftend.

Was hat Sie an unserer Einrichtung besonders gereizt, die Position als Chefarzt anzunehmen?

Ich habe mich im Vorfeld im Kollegenkreis informiert und viel Positives über den Standort in Hofgeismar gehört – vor allem über das Team aus Ärzten, Pflege und Therapeuten. Auf ein gutes Team muss man sich als Chefarzt verlassen können. Natürlich hat mich auch die Möglichkeit gereizt, diese Position zu übernehmen. Außerdem hatte ich sehr gute Gespräche mit der Geschäftsführung im Bewerbungsprozess.

Welche Schwerpunkte möchten Sie setzen? 

Dafür ist es aktuell noch etwas früh. Mir ist wichtig, mir zunächst einen Überblick zu verschaffen. Grundsätzlich hat man immer Ideen zur Optimierung von Abläufen, aber ich habe hier bereits sehr gute Voraussetzungen vorgefunden.

Was sind die größten Heraus-forderungen in der neurologischen Frührehabilitation?

Eine große Herausforderung ist die Kommunikation, da viele Patienten in diesem Bereich eingeschränkt sind. Gleichzeitig ist es auch der größte Erfolg, Fortschritte zu erzielen. Wenn das nicht gelingt, gehört es dazu, gemeinsam mit den Angehörigen weitere Perspektiven zu besprechen.

 

„Mir sind flache Hierarchien und ein respektvoller Umgang wichtig.“

 

Welche Krankheitsbilder begegnen Ihnen besonders häufig?

Häufig sind es Schlaganfälle, Hirnblutungen, Schädel-Hirn-Traumata sowie Nervenschä-digungen wie die Critical-Illness-Polyneuro-pathie.

Welche Rolle spielt die interdisziplinäre Zusammenarbeit?

Eine zentrale. Gute Frührehabilitation funktioniert nur im Team. Als Arzt ist man nicht ständig beim Patienten – Pflegekräfte und Therapeuten haben einen sehr wichtigen Blick auf den Alltag der Patienten. Auf diese Rückmeldungen bin ich angewiesen. Regel-mäßige Teambesprechungen sind essenziell.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Mir sind flache Hierarchien und ein respektvoller Umgang wichtig. Mitarbeitende sollen offen auf mich zukommen können. Gleichzeitig trage ich als Chefarzt die Verantwortung, zum Beispiel auch für wirtschaftliche Themen. Insgesamt stehenVertrauen, Wertschätzung und Teamarbeit im Mittelpunkt.

Welche Bedeutung hat Weiterbildung für Sie?

Das ist ein wichtiges Thema. Ich finde es gut, wenn Mitarbeitende Eigeninitiative zeigen. Weiterbildung sollte gezielt und individuell erfolgen. Da ich noch am Anfang meiner Tätigkeit stehe, möchte ich zunächst den Ist-Zustand genau analysieren.

Wie entspannen Sie nach einem anstrengenden Arbeitstag?

Ich freue mich sehr auf meine Familie. Es ist ein schönes Gefühl, zu Hause begrüßt zu werden. Das hilft mir, abzuschalten und neue Kraft zu tanken.